20 mai 2014

Schutz der Trinkwasserressourcen bei der Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland fest verankern

Berlin. Gemeinsam mit Fach- und Umweltverbänden setzt sich der Umweltdienstleister Veolia dafür ein, im Rahmen der Umsetzung der EU-Agrarreform den Schutz des Trinkwassers vor Pestiziden und Düngemitteln zu verbessern. Die abschließende Lesung des Durchführungsgesetzes dazu findet in dieser Woche im Deutschen Bundestag statt.

Das Direktzahlungen-Durchführungsgesetz regelt im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union die finanzielle Förderung von Landwirtschaftsbetrieben. Die EU-Kommission räumt den Mitgliedsstaaten dabei große Spielräume ein: Sie können zum Beispiel die Auszahlung von Subventionen an die Bedingung knüpfen, dass Agrarbetriebe fünf Prozent ihrer Betriebs­fläche für den Artenschutz erhalten und ohne Pestizide bzw. Kunstdünger bewirtschaften.
 
Die Unternehmen der Veolia-Gruppe, die als Dienstleister von Kommunen in der Trinkwasserversorgung in Deutschland tätig sind, sehen in dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren die Chance, den Schutz der Trinkwasserressourcen in der Landwirtschaft fest zu verankern. „Die Umsetzung der EU-Agrarreform ist eine außerordentliche Gelegenheit, dem Schutz der Ressource Wasser den ihr gebührenden Stellenwert beizumessen. Gewässer und Grundwasser gilt es durch das Verbot des Einsatzes von Pestiziden und Düngern auf ökologischen Vorrangflächen, aber auch durch den Erhalt von Wiesen und Weiden als Puffer für die Gewässer, konsequent zu schützen“, so Sylke Freudenthal, Beauftragte für Nachhaltige Entwicklung bei Veolia in Deutschland. Aus Sicht eines Wasserversorgers sei dies eine wichtige zusätzliche Komponente im Multibarrieren-Konzept zur Erhaltung der hohen Trinkwasserqualität. Die gleichen hohen Maßstäbe seien im Interesse der langfristig sicheren und bezahlbaren Versorgung mit Trink­wasser bei der ebenfalls noch in diesem Jahr anstehenden Novellierung der Düngemittelverordnung anzusetzen.
 
Mit den Auswirkungen des Einsatzes von Pestiziden und Düngemitteln auf die Trinkwasserressourcen sind die Unternehmen der Veolia-Gruppe schon heute konfrontiert. So müssen wegen der Verschlechterung der Grundwasser­qualität, beispielsweise durch die erhöhte Konzentration von Nitrat, in einzelnen Versorgungsregionen in Sachsen Trinkwasserbrunnen außer Betrieb genommen und aufwändig andere Versorgungswege erschlossen werden. Langfristige Prognosen, die auch das Sächsische Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie bestätigt, deuten auf weiter steigende Nitratkonzentrationen in den betroffenen Regionen hin. Bei unveränderter landwirtschaftlicher Nutzung sind Anstiege auf über 50mg/l - den zulässigen Grenzwert für die Trinkwasserversorgung – zu befürchten.
 
Als Trinkwasserversorger überwacht Veolia den Pestizidgehalt von Roh- und Trinkwasser kontinuierlich mit Hilfe aufwändiger Analytik. In Regionen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung kann eine Überschreitung des Grenzwert­es von 0,1 µg/l ohne zusätzliche Aufbereitungstechnik nicht dauerhaft ausgeschlossen werden.
 
Für die Bereitstellung des wichtigsten Lebensmittels Wasser entstehen aufgrund dieser Problematik zusätzliche Kosten durch:
 
  • umfangreicheres Monitoring (höhere Analysekosten)
  • notwendige Investitionen in neue Aufbereitungstechnik (z.B. Aktivkohle zur Entfernung von Pestiziden, Umkehrosmose zur Entfernung von Nitrat)
  • die Außerbetriebnahme von Brunnen und die Umstellung der Versorgung (neue Leitungen/Anpassung von Wasserwerkskapazitäten, Bau neuer Brunnen).
 
Die höheren Kosten werden zum Großteil von den Kommunen bzw. den Wasserverbänden getragen und letztlich über Gebühren von den Trinkwasserkunden in den in den betroffenen Versorgungsregionen finanziert.
 
Die Belastung von Oberflächengewässern kann außer durch eine verstärkte Regulierung der Eintragsmengen auch durch gezielte Landschaftsgestaltung gemindert werden. Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin, Teil des internationalen Forschungsnetzwerks von Veolia, hat im Rahmen des Forschungsprojekts Aquisafe in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt sowie mit Projektpartnern in Frankreich und den USA die Wirkungsweise von Pufferzonen an Gewässern zur Verminderung diffuser Verschmutzungen umfassend untersucht und zur wissenschaftlichen Diskussion des Themas beigetragen.
 
Die Position von Veolia in Deutschland ist im Einklang mit Stellungnahmen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft sowie des BUND Freunde der Erde.
 
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Veolia ist der weltweite Maßstab für optimiertes Ressourcenmanagement. Veolia entwickelt und verwirklicht Lösungen für die Bereiche Wasser-, Entsorgungs- und Energiemanagement im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Kommunen und der Wirtschaft. Mit ihren drei sich ergänzenden Tätigkeitsfeldern sorgt die Veolia-Gruppe  für einen verbesserten Zugang zu Ressourcen, ihren Schutz und ihre Erneuerung.
Weltweit sorgte Veolia 2013 mit über 200.000 Beschäftigten* auf allen fünf Kontinenten für die Trinkwasserversorgung von 94 Millionen Menschen und die Abwasserentsorgung für 62 Millionen Menschen, erzeugte 86 Millionen MWh Energie und verwertete 38 Millionen Tonnen Abfälle. Der Jahresumsatz von Veolia (Paris Euronext: VIE und NYSE: VE) betrug 2013 22,3 Milliarden Euro*.

In Deutschland arbeiten in den Geschäftsbereichen Wasser, Entsorgung und Energie mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den über 200 Standorten von Veolia und seinen Beteiligungsgesellschaften. In Partnerschaften mit Kommunen sind sie für mehr als 13 Millionen Menschen tätig. Hinzu kommen maßgeschneiderte Dienstleistungen für Privat- und Gewerbekunden, Handels- und Industriebetriebe. In seinen drei Geschäftsbereichen erwirtschaftete Veolia in Deutschland 2013 einen Jahresumsatz von 1,9 Milliarden Euro.

(*) ohne Aktivitäten und Umsatz der zum Verkauf stehenden Verkehrssparte Transdev