Aufblasbare Kanäle, Wasserplätze und Vakuumtoiletten: Studentische Innovationen beim Veolia PraxisCamp Wasser

5 januar 2015  • Wasser
PI PraxisCamp Wasser
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Gewonnen haben vier Studierende des Bereichs Infrastrukturmanagement der TH Mittelhessen mit dem Konzept, mit aufblasbaren Inliner-Schläuchen den Kanalquerschnitt flexibel zu gestalten und so auf die Menge des Abwassers kurzfristig zu reagieren. Sie konnten nach der Abschlusspräsentation 2000 Euro für die Institutskasse und 300 Euro für jeden Teilnehmer mit nach Hause nehmen.

Bei dem cleveren Siegerkonzept werden robuste Inliner-Schläuche ins bestehende Kanalsystem eingeführt. Durch vier mit Luft füllbare Kammern werden Querschnittsfläche und –form des Kanals reguliert und somit die Fließgeschwindigkeit des Abwassers beeinflusst. Ist etwa ein Starkregen niedergegangen, lässt man Luft ab und erhöht den Kanalquerschnitt und die Verweildauer der Wassers. Sinkt das Abwasseraufkommen, etwa durch Trockenzeiten, aber auch durch demografischen Wandel, werden die Kammern mit Luft gefüllt und es entsteht ein Profil, bei dem das Abwasser schneller abgeleitet wird und weniger Ablagerungen entstehen. Auch in Neubaugebieten ist das Konzept anwendbar: Wächst das Viertel und damit die Abwassermenge, vergrößert man einfach die Kanalisationsrohre von innen. Während des Workshops entwickelten die Studenten ihre Idee noch weiter und diskutierten über die Möglichkeit, über Wärmetauscher zusätzlich Energie aus dem Abwasser zurückzugewinnen.
 
Einen ganz anderen Ansatz verfolgten Studierende des Fachbereichs Technischer Umweltschutz der TU Berlin mit dem kontrollierten Transport von Biomasse zur Kläranlage, aus dem bei der Abwasserreinigung und Vergärung zusätzlich verstrombares Klärgas gewonnen wird. Sie zeigten die Möglichkeit auf, Bioabfälle direkt in den Küchen mit einem speziellen Gerät zu zerkleinern und diese gemischt mit Regenwasser über das Kanalnetz zu entsorgen. Ein Viererteam angehender Bauingenieure der FH Aachen hingegen beschäftigte sich mit der Frage, wie man sich in Städten auf Überflutungen vorbereiten könnte, ohne das Netz baulich anzupassen. Sie schlugen vor, Notwasserwege und Wasserplätze anzulegen, entwickelten konkrete Lösungen für die Aachener Innenstadt und diskutierten rechtliche Aspekte der Umsetzung. Ein weiteres Team der TH Mittelhessen erstellte ein Entwässerungskonzept für ein Neubaugebiet, das auf einem Vakuumkanalsystem basiert. Dabei werden Toiletten nicht mehr mit Wasser gespült, sondern über eine Vakuumanlage entleert, wobei die Feststoffe zur Stromgewinnung direkt in eine Vergärungsanlage gelangen.
 
Die Jury der Veolia-Gruppe, darunter Andreas Hartmann, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Wasser Berlin und Prof. Dr. Peter Hartwig von aqua consult, war beeindruckt von den innovativen Ideen der Studierenden. Laurent Hequet, Leiter des Geschäftsbereichs Wasser bei Veolia Deutschland, ist überzeugt: „Erhaltung und Anpassung der Kanalinfrastruktur wird ein immer wichtigeres Thema. Bei unserem PraxisCamp haben die Nachwuchsingenieure einmal mehr unter Beweis gestellt, dass neue und innovative Lösungen möglich sind.“
 
Auch 2015 will Veolia zwei PraxisCamps ausrichten: Voraussichtlich im Juni findet das Veolia PraxisCamp Energie statt, im Herbst startet wieder der Wettbewerb mit Schwerpunkt Wasser/Abwasser.
 
Veolia ist der weltweite Maßstab für optimiertes Ressourcenmanagement. Veolia entwickelt und verwirklicht Lösungen für die Bereiche Wasser-, Entsorgungs- und Energiemanagement im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Kommunen und der Wirtschaft. Mit ihren drei sich ergänzenden Tätigkeitsfeldern sorgt die Veolia-Gruppe  für einen verbesserten Zugang zu Ressourcen, ihren Schutz und ihre Erneuerung.
Weltweit sorgte Veolia 2013 mit über 200.000 Beschäftigten* auf allen fünf Kontinenten für die Trinkwasserversorgung von 94 Millionen Menschen und die Abwasserentsorgung für 62 Millionen Menschen, erzeugte 86 Millionen MWh Energie und verwertete 38 Millionen Tonnen Abfälle. Der Jahresumsatz von Veolia (Paris Euronext: VIE) betrug 2013 22,3 Milliarden Euro*.

In Deutschland arbeiten in den Geschäftsbereichen Wasser, Entsorgung und Energie mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den über 200 Standorten von Veolia und seinen Beteiligungsgesellschaften. In Partnerschaften mit Kommunen sind sie für mehr als 13 Millionen Menschen tätig. Hinzu kommen maßgeschneiderte Dienstleistungen für Privat- und Gewerbekunden, Handels- und Industriebetriebe. In seinen drei Geschäftsbereichen erwirtschaftete Veolia in Deutschland 2013 einen Jahresumsatz von 1,9 Milliarden Euro.

(*) ohne Aktivitäten und Umsatz der zum Verkauf stehenden Verkehrssparte Transdev