Dekarbonisierung mit Ersatzbrennstoffen (EBS) von Veolia

Interview Dr. Markus Helftewes, Chief Operating Officer Veolia Umweltservice
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 📅  Veröffentlicht: 04. Mai 2026

Nachgefragt

 

„Eine Partnerschaft mit 
uns basiert auf Verläss­lichkeit, Pragmatismus und Planbarkeit.“

Veolia produziert jährlich rund 800.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe und beliefert als Marktführer energieintensive Industrien und Kraftwerke sowie zunehmend auch Kommunen im Rahmen der Wärmeplanung. Warum eine EBS-Partnerschaft mit Veolia für stabil hohe Qualität und Versorgungssicherheit steht und welche Rolle EBS als strategischer Energieträger spielen - darüber spricht Dr. Markus Helftewes, Chief Operational Officer Veolia Umweltservice GmbH, in diesem Interview. 

SOLUTIONS: Herr Dr. Helftewes, Ersatzbrennstoffe sind mehr als ein technisches Produkt, sie sind auch ein partnerschaftliches Geschäftsmodell. Warum?  

Dr. Markus Helftewes: Ersatzbrennstoffe sind ein individuelles Produkt, jeder Kunde und jede Anlage stellen spezifische Anforderungen an den Brennstoff. Ein tiefes Verständnis der jeweiligen Kundenbedarfe und Rahmenentwicklungen sind deshalb wesentliche Voraussetzungen, um EBS maßgeschneidert zu produzieren und bedarfsgerecht zu liefern – und genau das macht sie zu einem partnerschaftlichen Geschäftsmodell. Durch enge Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis können wir das Bestmögliche für unsere Kunden herausholen: technisch, wirtschaftlich und ökologisch.

SOLUTIONS: Was bedeutet für Unternehmen eine EBS-Partnerschaft mit Veolia?

Dr. Markus Helftewes: Wir sind eine verlässliche nationale Rohstoffquelle. Durch unser bundesweites Netz an Sortier- und Recyclingkapazitäten und unsere verschiedenen Geschäftsaktivitäten, wie beispielsweise in der Gewerbeabfallaufbereitung, der LVP-Sortierung und dem Altholzhandel können wir auf die Anforderungen der Kunden flexibel reagieren, die Ersatzbrennstoffe individuell zuschneiden und die Qualität der EBS kontinuierlich weiterentwickeln. Wir sind ein globaler Player und kennen damit sowohl den Markt in Deutschland als auch weltweit. Unser vernetztes Denken teilen wir in den langfristigen Partnerschaften, die wir bereits jetzt pflegen. Ein weiterer Vorteil unseres partnerschaftlichen Geschäftsmodells: Wir beliefern unsere Kunden bedarfsgerecht, auch in großen Mengen, an Wochenenden und Feiertagen

SOLUTIONS: Versorgungssicherheit bedeutet nicht nur Liefersicherheit, sondern auch gleichbleibende Qualität. Wie gewährleisten Sie diese Stabilität bei schwankenden Inputströmen?

Dr. Markus Helftewes: Versorgungssicherheit und gleichbleibende Qualität sind bei Veolia das Ergebnis unserer Geschäftsstruktur. Durch unser direktes Geschäft mit Gewerbekunden sind wir selbst Eigentümer der Abfallströme. Diese vertikale Integration verschafft uns einen entscheidenden Vorteil: Wir arbeiten selbst entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch den Betrieb unserer eigenen Aufbereitungsanlagen können wir sowohl die Liefersicherheit als auch die Qualität der EBs direkt steuern. Wir sortieren, konditionieren und optimieren die Outputströme gezielt, um die vereinbarten Spezifikationen konstant zu erfüllen. So können wir auch eine gleichbleibend hohe Brennstoffqualität gewährleisten. Diese Kontrolle über die gesamte Kette macht den Unterschied zwischen einem reinen Händler und einem integrierten Partner für die Energieversorgung.


„Durch den Betrieb eigener Aufbereitungsanlagen können wir die Liefer­sicherheit und die Qualität der EBS direkt steuern.“

Veolia SOLUTIONS 2026 – EBS Teil 3 – Standort Schwarze Pumpe
Veolia SOLUTIONS 2026 – EBS Teil 3, Portrait Dr. Markus Helftewes 4zu5

Dr. Markus Helftewes, Chief Operating Officer (COO) der Veolia Umweltservice GmbH und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Kreislaufwirtschaft (DGAW), bringt langjährige Erfahrung in der Kreislaufwirtschaft ein. In seiner Funktion bei Veolia setzt er Impulse für die Weiterentwicklung einer leistungsfähigen, ressourceneffizienten und zukunftsorientierten Branche.


SOLUTIONS: Viele Industrieunternehmen stehen unter hohem Energie- und Kostendruck. Welche Rolle spielt eine verlässliche EBS-Partnerschaft in diesem Spannungsfeld?

Dr. Markus Helftewes: Eine Partnerschaft, die auf Verlässlichkeit, Pragmatismus und Planbarkeit basiert, kann insbesondere in der jetzigen Zeit ein strategischer Wettbewerbsvorteil sein. Verlässlichkeit bedeutet: Wir liefern die vereinbarten Mengen und Qualitäten, unabhängig von Marktschwankungen oder externen Einflüssen und sorgen damit für einen stabilen Produktionsbetrieb. Auf Pragmatismus zeigt sich in der täglichen Zusammenarbeit, in schnellen Lösungen bei kurzfristigen Bedarfsänderungen oder betrieblichen Herausforderungen. Planbarkeit schließlich schafft Kalkulationssicherheit – ein entscheidender Faktor in volatilen Energiemärkten.

SOLUTIONS: Welche Rolle spielt Transparenz – etwa bei Qualitäts­parametern oder Zertifizierungen – 
im Vertrauensaufbau?

Dr. Markus Helftewes: Unsere Zertifizierungen und das konsistente Monitoring der Brennstoffqualitäten schaffen objektive Nachweise und geben potenziellen Partnern die Sicherheit, dass definierte Standards eingehalten werden. Als Mitglied der Bundesgütergemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz e. V. lassen wir unabhängige und transparente Kontrollen durchführen, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen. Daneben überzeugen wir langfristig vor allem durch offene Kommunikation und regelmäßigen Austausch. Beides ist mindestens genauso wertvoll wie jedes Zertifikat – insbesondere in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten, in denen Flexibilität, Vertrauen und schnelle Abstimmung den Unterschied machen.

SOLUTIONS: Wenn Industrieunternehmen ihre Energieversorgung resilienter aufstellen wollen: Welche strategische Bedeutung kann EBS dabei einnehmen?

Dr. Markus Helftewes: Wir verstehen EBS als Brückentechnologie hin zu einer fossilfreieren Energieversorgung. Denn EBS ermöglicht es Industrieunternehmen, ihre Dekarbonisierungsziele zu verfolgen, ohne auf Versorgungssicherheit verzichten zu müssen. Durch die Substitution fossiler Brennstoffe reduzieren sie ihren CO2-Fußabdruck und erfüllen wachsende Klimavorgaben. Ein entscheidender Resilienzfaktor sind regionale Kreisläufe: EBS werden aus lokalen und nationalen Abfallströmen gewonnen und machen unabhängiger von fossilen Importen, was mit Blick auf die aktuellen geopolitischen Krisen ein entscheidender Faktor ist. Die räumliche Nähe verkürzt Lieferketten, reduziert Transportrisiken und schafft eine robuste Versorgungsstruktur.

SOLUTIONS: Vielen Dank Herr Dr. Helftewes

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Dr. Markus Helftewes
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